Walter Unterholzner, geboren 1970, wuchs auf dem Obermarson-Hof in St. Walburg im Ultental auf. Der Vater erkannte früh sein außergewönliches Gefühl für Formen und Strukturen. Er schenkte dem Sechsjährigen das erste Schnitzmesser. Auch während der Schulzeit fiel er durch sein ausgeprägtes zeichnerisches und gestalterisches Talent auf, und bereits damals wusste Walter, dass es für ihn keinen anderen Beruf als den des Bildhauers geben würde. In der renomierten Fachschule für Holz-Bildhauerei in St. Jakob im Ahrntal wurde er mit der selten vergebenen Bestbenotung ausgezeichnet.

In den Folgejahren entwickelte und perfektionierte Walter Unterholzner sein handwerkliches Können zum eigenen, unverkennbaren künstlerischen Ausdruck. Der inspirative Impuls für seine gegenwärtige Stilrichtung kam aus der Begegnung mit seiner Lebensgefährtin Gabriela Steinke. Sie war es, die ihn ermutigte seinen lang gehegten Traum zu verwirklichen, die natürlichen, von der rauen Natur des Hochgebirges geformten Strukturen, verwitterter Zirbengehölze in seine Kunstwerke einfließen zu lassen.

Das besondere Holz nimmt der feinfühlige Künstler nicht als lebloses Rohmaterial wahr, sondern als eine Wesenheit. Eine oft tagelange Auseinandersetzung mit der Einzigartigkeit des unbearbeiteten Werkstückes, die Suche nach den Botschaften des Naturgeschenkes, sind für ihn nötig, ehe er mit seinem künstlerischen Schaffen beginnt. Deshalb erahnt der Beschauer in jeder seiner Skulpturen ein Geheimnis.